Wer kennt das nicht: Man startet ein Webprojekt, erstellt das Template, lädt einige Texte hoch und möchte Bilder einstellen. Und dann schleicht sich das ungute Gefühl ein: Upps, einfach das Bild einzubinden, kann Ärger geben. Sollte ich doch lieber auf die Google Bilder-Suche verzichten? Bilder-alternative Sollte ich wirklich fremden Inhalt kopieren? Sollte ich lieber eigene Bilder machen? Wenn die Webseite später ihr Ziel erfüllt und ein paar tausend Besucher am Tag diese Bilder sehen, potenziert sich die Gefahr, einen abmahngestörten Anwalt aus dem Koma zu erwecken und ihm seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Also werden Bilder benötigt, an denen man auch die Rechte, eine Lizenz hat – oder doch nicht? Creative Common ist doch voll im Kommen. Gibt es nicht auch ein paar Bilder umsonst?

Zunächst mal die gängige Liste, wo man für den kleinen oder mittleren Geldbeutel digitale Ware bekommt.

Microstocks sind die günstigsten Bilder-Portale. Entsprechend klein sind die Formate und die Auflösungen. Mit 0,10 € bis 10 € pro Bild sind Sie hier dabei.

Bedingung für die Aufnahme war eine einfache Bedienung und eine schnelle Auffindbarkeit des gewünschten Bildmaterials.

Seit 2001 ist erst mit dem Angebot von Istockphoto der Fotomarkt auch für Webseitenbetreiber erschwinglich geworden. Der Platzhirsch Gettyimage hat zuvor kein Bild für unter 25€ verkauft. Zwar gibt es nach wie vor (hochauflösende!) Bilder im oberen dreistelligen Dollarbereich, doch durch den Share-Charakter des Internets hat sich längst das Angebot überlaufen.

Die digitale Revolution der Spiegelreflexfotografie und die Millionen Amateurfotografen ließen die Preise in den Keller purzeln. Jeden Tag werden angeblich 5 Milliarden (!) Bilder geschossen. Wenn nur 1% davon halbwegs brauchbar sind, und wiederum nur 1% davon ins Netz gestellt werden, sind das 18 Mio. Bilder pro Jahr! Eine gute Auswahl mit jeder Form von Qualität und Preis.

Midstocks bieten Bilder ab 9 € an. Mehr Auflösung, mehr Verwertungsrechte, mehr Qualität, und… mehr Preis.

Die Macrostocks mit hochauflösenden Bilder liste ich nicht mit auf. Diese ist nur für Agenturen und weniger für Webdesigner relevant.

Was ist beim Kauf zu beachten?

  1. Bilder werden nicht direkt sondern über die fiktive „Währung“ Credits gekauft. Das Prinzip dahinter ist klar: Wer sich entschließt, einen Batzen Geld auszugeben, um gleich ein paar mehr Credits zu kaufen, der erhält einen besseren „Wechselkurs“. Somit sinken auch die Bildpreise für den Käufer.
  2. Es gibt zwei Lizenzarten, die eine unterschiedliche Nutzung der gekauften Bilder gewähren. Da wäre zum einen die lizenzpflichtige Variante (auch rights managed). Dabei richtet sich der Preis des Fotos nach Verwendungszweck und Auflagenhöhe. Die andere Variante ist lizenzfrei (auch royalty free). Hierbei gilt ein Festpreis und das Bild kann beliebig oft verwendet werden. Verwendungszweck und Auflagenhöhe sind unbedeutend.
  3. Die Unterscheidung redaktionell und kommerziell ist für Webdesigner zu vernachlässigen, weil nicht mit dem Bild geworben wird (kommerzielle Nutzung) sondern das Bild lediglich redaktionell als Content (interner LINK) verwendet wird.

Backlinks und Nennung

Wer mehr Zeit mitbringt und kein Problem mit der Nennung der Fotografens oder der Plattform hat, kann auch nur mithilfe eines Backlinks hervorragende Bilder einbinden. Das heißt, beim Foto muss ein Hinweis auf die www.webseite.com angegeben werden. Sichern Sie sich ab, indem Sie die Anweisungen in den Nutzungsbedingungen Folge leisten!

Leider ist es bei diesen Webseiten schwieriger, sein Wunschmotiv zu finden, da die Datenbanken meist längst nicht so gut gepflegt sind, wie es internationale und kommerzielle Bildmaterial-Anbieter gewährleisten können.

Sharing Dienste

Ich kam noch auf die Idee ein paar Alternativen zu den Datenbanken aufzunehmen, aber die rechtliche Lage mit den Bild-Sharing-Seiten, die Infolge des Aufstiegs von Twitter wie Pilze aus dem Boden schossen, ist nicht gerade einfach und durchschaubar. Wer sich da durchwursteln möchte, kann mir gerne seine Erfahrung und Auswertung zukommen lassen. Ich mache das dann an dieser Stelle publik.

Fazit:

Die Microstocksites sind die beste Möglichkeit an gute Bilder für einen günstigen Preise zu kommen. Die Bildgröße ist dem Preis angemessen – für Webbilder braucht man ja nicht unbedingt eine Auflösung von 1920×1200 in 100 dpi.

Es gibt noch zahlreiche weitere Seiten, die man hier ergänzen kann. Ich habe mich auf die beschränkt, die bereits einen großen Pool an Bildern haben und tatsächlich auf das Zurverfügungstellen von Bildern ausgerichtet sind.

Update: Download eines Cheat-Sheet mit den wichtigsten Bild-Webseiten.

9 Responses to “Bilder kaufen und Alternativen”

  1. Nina Schröder sagt:

    crestock.com ist noch eine gute Microstock-Site

  2. Niggles sagt:

    fancybox

  3. Karsten sagt:

    Krass, also so billig find ich die Bilder auch nicht ^^ da schieß ich mir lieber meine eignen..

    • Sabrina Schur sagt:

      Die Variante habe ich zunächst auch bevorzugt und versuche das auch weiterhin. Aber ab einem bestimmten Zeitpunkt ist es tatsächlich günstiger, 2,4,8 € auszugeben, günstiger als seine Sachen zu packen um mal ein Tier, einen Menschen, eine Handlung zu fotografieren. Besonders wenn Utensilien zu sehen sein sollen, wird der Aufwand höher. Bei Logos wird es besonders schwierig, wenn man diese selber macht > Urheberrecht.
      Meide die Midstocks, dann bleibt es günstig.

  4. Nemis sagt:

    1x.com – ist aber Macrostock

  5. Hungarian sagt:

    sxc.hu / stock.xchng

  6. Silvia sagt:

    Hallo und vielen Dank für die Auflistung. Ich kennen noch weitere Seiten, die allerdings nicht billig sind. Dafür können hier Fotografen hier ihr Geld verdienen, was man ihnen auch nicht verübeln kann. Ich glaube, die Seiten gehören dann zum Macrostock
    //1x.com/
    //www.snapixel.com/
    //www.zenfolio.com/
    //www.viewbook.com/

    • Sabrina Schur sagt:

      Toll Max. Danke dass du die gleich so schön strukturierst hast. Es gibt mehr kostenlose Börsen, als ich anfangs dachte und über die Monate gefunden habe. Wenn die lizenzenfreien Anbieter jetzt für die Usability bitte auch Ihre AGBs vereinheitlichen könnten, wäre ich ihnen sehr verbunden. Der Kunde ist schließlich…

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