Seine Waren auch im Internet anbieten zu können, spielt im Laufe der Zeit eine immer bedeutendere Rolle. Doch viele Anbieter setzen sich zu Geschäftsbeginn nur ein kleines Budget. Begrenzte Kenntnisse im Umgang mit Servern, Hostern, FTP-Clients sowie Shop- und CMS-Systemen erschweren einen schnellen Geschäftsstart.

Wer sich von den anfänglichen Schwierigkeiten und preislichen Vorurteilen nicht entmutigen lässt, erstellt seinen Onlineshop selbst. Wie das geht und was dabei zu beachten ist, soll dieser Artikel zeigen.

Webshop Knopfdruck

Webshops vom Hoster

Einfachste Lösung: seinen Onlineshop bei einem Webspace-Hoster anmieten. In der Einfachheit liegt aber auch der einzige Vorteil.

Nachteile:

Mieten Sie den Webshop beim Hoster, müssen Sie zunächst Ihre Fixkosten reinholen (360,- € bis 960,- € pro Jahr). Außerdem liefern Sie sich der freien Preisgestaltung des Anbieters und einer Vertragslaufzeit von meist mindestens einem Jahr aus. Eine spätere Überführung der Daten in ein servereigenes System kann problematisch sein.

Große Hoster namhafter Firmen sind beliebtes Ziel von Denial-of-Service–Attacken ausgesetzt, was zur temporären Unerreichbarkeit des Shop führen kann.

Fertige Shopsysteme installieren und anpassen

Keine Sorge – Ein Shop muss nicht von Grund auf neu programmiert werden. Es gibt bereits etliche E-Commerce-Shops die heruntergeladen werden und auf einem Server installiert werden können. Achten sollten Sie bei der Software auf folgendes:

Onlineshop Software – Fertige Shopsysteme

Eine Auswahl an empfohlenen Online-Shops, die die oben genannten Bedingungen erfüllen.

Weitere Open Source Software für Online Webshops gibt es hinter dem Link.

Es klingt zunächst vielleicht etwas albern, aber es ist unumgänglich, sich vorab Gedanken darüber machen, was man mit dem Onlineshop erreichen will: Dabei ist eine Zielgruppeanalyse hilfreich, weil der Shop auf diese ausgerichtet wird. Auch muss von vornerein klar sein, wie viele Produkte eingestellt und versandt werden sollen. Wird zudem der Aufbau einer Marke geplant, sind stylische Modifikationen am Shop zu empfehlen.

Checkliste

Anforderung Webshop

Soll direkt an den Endkunden verkauft und geliefert werden? Sie verzichten auf einen Teil Ihrer Marge, wenn Sie über den Shop nur Handel betreiben, können aber gegebenenfalls Ihre Reichweite erhöhen.

Präsentation der Produktpalette

Ein Vorteil liegt darin, das Produktangebot auf einer Seite zusammenzufassen. Entweder durch eine Aufschlüsselung aller Produkte oder, wenn zu viele Produkte vorhanden sind, durch die Auflistung der Produktgruppen. Damit kann sogleich ein Überblick für potentielle Großabnehmer gewährleistet werden.

Aufbau einer Marke

Versuchen Sie von vornerein mit dem Onlineshop eine Marke aufzuziehen. Verwenden Sie eigens erstellte Logos und ein Branding mit hohem Wiedererkennungswert. Onlinemarketing ist die günstigste Form des Marketings – nutzen Sie diese Erkenntnis für sich.

Neukunden ansprechen

Ein mögliches Zusammenspiel der etablierte Marke Ihres Webshops sowie die spätere Ausweitung auf eine englischsprachige Version sollten ebenfalls frühzeitig bedacht werden. Einen Shop in eine andere Sprache zu transferieren, stellt kein großes Problem dar, sollte aber erst in Angriff genommen werden, sobald die erste Version des Shops im Markt aufgenommen wurde und erfolgreich performt.

Passen Sie dann das Aussehen des Online-Shops Ihren Wünschen an. Geben Sie nötige Daten wie Versandkosten, allgemeine Geschäftsbedingungen und Zahlungsinformationen ein. Dann können Sie direkt mit dem Einstellen eigener Produkte beginnen.

Suchmaschinenoptimerung für Online Shops

Dont’s – Die 10 größten Fehler eines Online-Shops

Grundsätzliche Fehler gilt es auszuschließen. Deshalb folgt eine Übersicht mit harten Ausschlusskriterien. Das sind herausragende Beispiele von Webshop-Betreibern in der Anfangsphase. Auch wenn Sie einige Punkte für banal oder selbstverständlich halten, sollten Sie wissen, dass es sich um eine Übersicht mit den häufigsten Fehlern handelt, die es also unbedingt zu vermeiden gilt.

  1. Zuviele Keywords auf der Startseite

    Besser: Platzieren Sie nur Ihre Topprodukte auf der Startseite, geordnet nach Ranking und nach Verkaufszahlen.

  2. Keine Wahrung der Geschäftsebene

    Besser: Vermeiden der persönlichen Anrede – „Vielen Dank für deine Bestellung“ ist ein Tabu. Auch bei Newslettern gilt Seriosität.

  3. Grelle Farben und ausgefallene Schriftarten

    Besser: Beruhigende Farben und eine sehr gute Lesbarkeit sind Pflicht. Denken Sie daran: Das Layout ist das Schaufenster des Onlineshops.

  4. Fehlende Artikelbilder

    Besser: Onlineshop ohne Bilder sind unrentabel. Es klingt irrational aber funktional: Bilder erhöhen Verweildauer und Interesse des Users um das Dreifache.

  5. Komplett auf Animationen verzichten

    Besser: Wenige Animationen (Topprodukte) an den richtigen Stellen (Themenbezogenheit) erhöht den Umsatz um durchschnittlich bis zu 20%.

  6. Keine Trackingsoftware zur Zielgruppensegmentierung einsetzen

    Besser: Verwenden Sie eTracker oder Google Analytics um die Hebel einer Optimierung zu finden. Setzen Sie ein Empfehlungssystem ein.

  7. Auf Trust-Symbole verzichten

    Besser: Schaffen Sie Vertrauen durch ein authorisiertes TrustedShops-Logo, ermöglichen Sie die gängigsten Bezahlungsarten, verschlüsseln Sie Datenübertragungen mit SSL.

  8. Lassen Sie den Shop links liegen

    Besser: Halten Sie den Shop aktuell, binden Sie kurzfristige Aktionen ein. Gleichen Sie Preise mit der Konkurrenz ab und passen Sie diese Online an.

  9. Verzicht auf Suchmaschinenoptimierung

    Besser: Holen Sie sich vor der Erstellung fachmännischen Rat für Onpagemaßnahmen, beauftragen Sie Agenturen für Offpagemaßnahmen wenn Top-Produkte bekannt sind und Rankings sich gut entwickeln.

  10. Besser: Setzen Sie auf eine stets aktuelle Open-Source-Software, die kann theoretisch jeder lesen und bearbeiten. Sie bleiben damit unabhängiger.

  11. Open Source Software

    Magento, PrestaShop, OpenChart und PHPShop sind nur einige der bekanntesten Beispiele. Zu lizensierter Software zählen Programme wie Data Becker Shop to Date oder Magix Web Designer.

    Zielgruppensegmentierung

    Automatisierte personalisierte Empfehlungssysteme sind entweder Content-basiert (Content based Filtering System) oder sogenannte kollaborative Filter Systeme (collaborative Filtering System). Die Königsklasse eines Onlineshop Empfehlungssystem ist ein hybrides Empfehlungssystem, das obige Systeme verbindet. Amazon setzt auf diese Empfehlungstechnik.
    Zum diesem Thema lohnt sich es sich diese informative Präsentation durchzublättern.

    Fazit: Es gibt 3 Möglichkeiten für Erstellung eines Webshops:
    Beim Hoster registrieren – Das ist die schnellste Lösung mit maximaler Abhängigkeit.
    Onlineshop selbst erstellen – Bei entsprechenden Voraussetzungen wie Sachkenntnis und Zeit die günstigste Lösung.
    Die Vergabe einer Auftragarbeit – Die praktischste Lösung: Online Shop auf Open-Source Basis sind dem IT-Spezialisten verständlich, flexibel & universell aber teurer in der Anschaffung.

    4 Responses to “E-Commerce: Webshop erstellen – Online präsent sein”

    1. Werner Meeßen sagt:

      Lasst bloß die Finger von der Magix Website. Es geht hier um eine professionelle Websites und nicht um Geld aus dem Fenster werfen. Mein Tipp: allinkl.de

    2. Hansi Hansen sagt:

      Ein no Go sind auch verzerrte Artikelbilder die über die HTML Tags width und height vergrößert werden. Falls es aber nicht anders geht, gibt es Vergrösserungstools für die Darstellung von Artikelbildern.

    3. „Junge Konsumenten verlassen bei niedrigem Komfort schnell den Webshop: Jeder dritte Kunde zwischen 14 und 20 Jahre bricht die Suche besonders häufig ab.“ schrieb der Handel im Bereich E-Commerce am 06.09.2011. Ich denke, das ist eine Interessante Ergänzung.

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